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LÄNGSTER STRAND DER WELT:

Praia do Cassino in Brasilien –
Dimensionen, Gefühl & Unterschiede zu Europas Küsten

Warum sich der Rekordstrand im Süden Brasiliens „wie ein eigener Kontinent aus Sand“ anfühlt:

Wenn man als Europäer an Strände denkt, tauchen oft ähnliche Bilder auf -
eine Bucht, ein Abschnitt, vielleicht ein langer Strand – aber immer mit einem klaren Anfang und Ende. Ein paar Kilometer links, ein paar Kilometer rechts, dann kommen Felsen, Hafen, Stadt oder ein Fluss.

In Süd-Brasilien existiert etwas, das dieses Bild sprengt:

eine endlose Sandlinie, die so weit reicht, dass man den Horizont eher wechselt als den Strand. Der Praia do Cassino im Bundesstaat Rio Grande do Sul gilt seit Jahrzehnten als längster zusammenhängender Sandstrand der Welt.

Die Dimension ist kaum greifbar: Je nach Quelle werden zwischen rund 212 km und 254 km durchgehende Sandküste angegeben – also ein Strand, der länger ist als viele ganze Küsten Europas. Wikipédia+1

Dieser Rekord ist nicht nur ein geografisches Kuriosum, sondern erzählt viel über Brasilien als Land: über Weite, Küstenkultur und das Verhältnis der Menschen zum Meer.


 

1) Wo du auf der Karte suchen musst: Lage & erste Orientierung

Die Praia do Cassino liegt ganz im Süden Brasiliens, im Bundesstaat Rio Grande do Sul, an der Atlantikküste nahe der Stadt Rio Grande. Sie beginnt praktisch dort, wo der Südatlantik auf die Molen der Hafeneinfahrt trifft – und endet erst an der Grenze zu Uruguay.

Vom Norden aus gesehen zieht sich die Sandlinie von den Molhes da Barra (Steinmolen an der Einfahrt des Hafens von Rio Grande) bis zur Mündung des Arroio Chuí beziehungsweise zur Barra do Chuí an der Staatsgrenze. Wikipédia+1

Auf der Landkarte ist das eine nahezu gerade, hellbeige Linie entlang eines dunkelblauen Atlantiks – so ausgedehnt, dass sie auf Satellitenbildern als eigener „Strich“ sichtbar wird.

Europa vs. Brasilien:

Europa: typische Strände = einzelne Buchten/Abschnitte, klar begrenzt.

Brasilien (Praia do Cassino): ein durchgehender Küstenstreifen, der eher wie ein Element der Landkarte wirkt als wie „ein Strand“.


 

2) Rekordstatus & Zahlen: 212 km, 254 km – was stimmt?

Rund um die Länge der Praia do Cassino kursieren verschiedene Zahlen:

– konservativ: etwa 212 km  
– häufig genannt: rund 220–230 km  
– Rekordzahl: etwa 254 km zusammenhängende Sandküste

Der Grund liegt im sogenannten „Coastline-Paradox“: Küstenlängen hängen davon ab, wie fein man misst. Je genauer man jede kleine Krümmung, Bucht und Linie einzeichnet, desto länger wird die Küste. Wikipédia+1

In vielen brasilianischen und internationalen Artikeln wird der Praia do Cassino seit den 1990er-Jahren als „maior praia do mundo“ – der größte bzw. längste Strand der Welt – bezeichnet. Viagem e Turismo+1

Für Wettbewerbe, Schulbücher und Wissensportale ist die Marke von rund 254 km zur Referenz geworden. Vedantu+1

Wichtiger als jede exakte Zahl ist dabei: Es handelt sich um eine weitgehend ununterbrochene Sandlinie am offenen Meer – länger als andere bekannte Rekordkandidaten wie Ninety Mile Beach in Australien oder Cox’s Bazar in Bangladesch.


 

3) Natur & Klima: Süd-Brasilien statt Tropenklischee

Viele stellen sich bei „größter Strand Brasiliens“ automatisch ein tropisch-heißes Postkartenbild vor – Palmen, Badewetter das ganze Jahr, typische Nordost- oder Bahia-Optik.

Die Realität an der Praia do Cassino ist anders: Rio Grande do Sul liegt klimatisch deutlich südlicher. Es gibt Sommer mit warmen Badetemperaturen, aber auch kühle, windige Wintertage mit Jacke am Strand.

Im Sommer (Dezember bis Februar) wird der Küstenabschnitt zu einem klassischen Urlaubsgebiet für Menschen aus dem Süden Brasiliens: Strandtage, Wellen, Wind, viel Platz. In den kühleren Monaten erinnert die Stimmung eher an nordatlantische Küsten – nur mit dieser ungeheuren horizontalen Dimension.

Das macht den Praia do Cassino zu einem spannenden Gegenpol zu Regionen wie Süd-Bahia: gleiche Atlantikküste, gleiche Weite – aber ein ganz anderes Klima und Lebensgefühl übers Jahr gesehen.


 

4) Wie es sich anfühlt, dort zu stehen: Weite, Horizont & Maßstab

Das eigentliche Erlebnis am Praia do Cassino hat weniger mit „Tourismusattraktionen“ zu tun – es ist der Maßstab:

– Der Strand ist so lang, dass man intuitiv versucht, einen „Punkt“ zu definieren – eine Spitze, ein Ende –, aber der Horizont bleibt immer Strand.

– In vielen Abschnitten gibt es kaum bauliche Unterbrechungen: nur Sand, Meer, Himmel, gelegentlich ein Fahrzeug, ein Fischer, ein Kitesurfer, Möwen, vielleicht Seehunde in der Ferne.

Hinzu kommt die Breite: In manchen Bereichen ist die Sandfläche bis zu rund 200 Meter breit, bevor das Meer beginnt. Lokale Medien beschreiben die Szene oft als „so groß, dass der Strand kein Ende zu haben scheint“. TNH1+1

Dieses Gefühl von Raum unterscheidet sich deutlich von vielen europäischen Stränden, an denen man meist immer auch Stadt, Steilküste, Hafen oder Promenade im Blick hat.

Europa vs. Brasilien:

Europa: Meer + Strand + Stadt/Promenade = immer eine Komposition.

Praia do Cassino: Meer + Sand + Horizont – oft ohne „Rahmen“, nur Landschaft.


 

5) Aktivitäten & Besonderheiten: Autos, Wellen, Ultramarathon

Weil der Praia do Cassino so lang und in vielen Bereichen relativ fest im Sand ist, hat sich eine besondere Nutzungsrealität entwickelt:

– In bestimmten Abschnitten fahren Autos und Geländewagen auf dem Strand (wo erlaubt), insbesondere in der Nähe der Ortsteile und Zugänge.  
– Wassersportarten wie Surfen, Kitesurfen und Windsurfen finden reichlich Platz – Wind und Wellen sind da.  
– Entlang der Küste liegen immer wieder kleine Siedlungen, Fischerbereiche und einfache Strandstrukturen.

Besonders bekannt ist die **Cassino Ultra Race** – eine Ultramarathon-Veranstaltung, bei der Läuferinnen und Läufer über bis zu rund 230 km Strand laufen, also praktisch die Länge des Küstenabschnittes zu Fuß bewältigen. Cassino Ultra Race+1

Dazu kommen markante Punkte wie:

– Die langen Steinmolen („Molhes“) am nördlichen Ende, die weit ins Meer hinausragen.  
– Schiffwracks, die seit Jahrzehnten im Sand liegen und Teil der Strandikonografie geworden sind.

All das verstärkt den Eindruck, dass der Strand nicht nur Landschaft, sondern auch Bühne für extreme Distanzen und besondere Erlebnisse ist.


 

6) Vergleich: Europas Küsten vs. Brasiliens Rekordstrand

Um die Besonderheit der Praia do Cassino einzuordnen, hilft ein Vergleich:

Europa:

– Küsten sind stark gegliedert: Buchten, Fjorde, Steilküsten, Inseln, Häfen.  
– Strände sind oft eingebettet in eine dichte Infrastruktur – Städte, Promenaden, Straßen.  
– Die meisten „langen Strände“ sind 10–30 km lang oder bestehen aus mehreren Abschnitten.

Praia do Cassino/Brasilien:

– Eine einzige, zusammenhängende Sandlinie mit über 200 km, in vielen Bereichen ohne harte Unterbrechung.

– Viel unbebauter Raum dazwischen, lange Abschnitte mit fast nur Natur.  
– Nutzung, die sich über enorme Distanzen erstreckt: Fischen, Fahren, Laufen, Kiten – alles mit sehr viel Platz.

Der Rekordstrand zeigt damit, wie anders Küstenräume in Brasilien wirken können: weniger fragmentiert, flächiger, teils noch roh und ungezähmt. Wikipédia+1


 

7) Vom Rekordstrand zur Lebensrealität: Was heißt das für Auswanderer?

Für Menschen, die über **Auswandern nach Brasilien**, **Leben am Meer** oder **Investitionen in Küstenimmobilien** nachdenken, ist die Praia do Cassino vor allem eines: ein faszinierender Beleg für die Dimensionen des Landes.

Gleichzeitig ist er nicht unbedingt der Ort, an dem die meisten deutschsprachigen Auswanderer tatsächlich landen:

– Klima: In Rio Grande do Sul gibt es deutlich kühlere Winter als in tropischen Regionen.  
– Entfernung: Viele internationale Routen und „klassische“ Auswanderer-Hotspots liegen eher weiter nördlich – etwa in Santa Catarina, Paraná, São Paulo und vor allem Bahia.  
– Struktur: Teile der Küste sind touristisch, andere sehr ruhig und wenig erschlossen.

Wer nach Brasilien kommt, um das Meer nicht nur als Rekord, sondern als **Alltag** zu erleben – mit ganzjährig warmem Wasser, tropischer Vegetation und guten Chancen auf langfristige Lebens- und Wohnprojekte –, findet diese Mischung eher in Regionen wie Süd-Bahia.

Hier geht es weniger um Superlative in Kilometern, sondern um die Frage: Wie lebt sich ein Strandalltag, der zu meiner persönlichen Realität passt?


 

Praktische Tipps: Wenn du den Praia do Cassino einmal selbst besuchen möchtest

– Plane genügend Zeit ein: Die Distanzen sind groß, und viele Abschnitte wirken erst in ihrer Weite, wenn du nicht nur „kurz schaust“, sondern wirklich am Strand entlanggehst oder fährst.  
– Achte auf Jahreszeit und Wetter: Im Sommer wirkt der Strand wie ein endloser Ferienkorridor, im Winter kann es kühl, windig und rau werden.  
– Respektiere lokale Regeln: Fahren mit dem Auto auf dem Strand ist nicht überall erlaubt und unterliegt lokalen Vorschriften – sowohl aus Sicherheits- als auch aus Umweltschutzgründen.  
– Nimm die Dimension bewusst wahr: Ein kleiner Spaziergang, ein paar Kilometer mit dem Fahrrad oder einfach ein ruhiger Blick in die Horizontlinie reichen oft aus, um zu spüren, warum dieser Strand immer wieder als „größter der Welt“ bezeichnet wird.


 

Fazit: Der längste Strand der Welt – und was er über Brasilien erzählt

Der Praia do Cassino ist mehr als ein Guinness-Eintrag oder eine Zahl in einem Quiz:

Er zeigt, wie großflächig, weit und vielfältig Brasilien ist – selbst innerhalb eines einzigen Bundesstaates.

Über 200 km nahezu durchgehende Sandküste machen deutlich, dass „Strand“ hier eine andere Dimension hat als an den meisten europäischen Küsten. Gleichzeitig erinnert der Süden mit seinem Klima daran, dass Brasilien nicht nur aus Tropenklischees besteht.

Für alle, die sich für Brasilien interessieren – ob als Reiseland oder als potenzielles neues Zuhause –, ist der Blick auf den Praia do Cassino ein spannender Baustein im Gesamtbild: ein Rekordstrand im Süden, der die Größenordnung des Landes illustriert.

Und wer anschließend wissen möchte, wie sich Strandleben als Alltag anfühlen kann – mit tropischer Wärme, grünen Hügeln und einem ganzjährigen Küstenrhythmus –, landet früher oder später in Regionen wie Süd-Bahia und genau bei der Frage, welche Möglichkeiten es für eine Lebensmittelpunkt-Verlagerung, einen Zweitwohnsitz oder einen Plan B gibt.

 

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